About to Eat: Kochen und Essen als Ästhetische Praxis


About to Eat ist eine neue Veranstaltungsreihe des Instituts Ästhetische Praxis und Theorie, konzipiert von Anneli Käsmayr im Rahmen des SNF-Forschungsprojekts Kochen und Essen als Ästhetische Praxis.

About to Eat lädt Gäste aus Kunst, Philosophie und Praxis zum Thema „Kochen und Essen” ein. „About to eat“ bezeichnet den Moment, in dem wir im Begriff sind, zu essen, bezeichnet also ein zeitnahes davor. Was erfahren wir Neues, wenn wir den Gegenstand, den wir essen möchten, näher betrachten? Wie verändert er sich in der Kunst, in der Philosophie oder im Glas?

About heisst aber auch „über“. Genau das möchte die Veranstaltungsreihe tun: sich über Fragen von Körperlichkeit, Handlungsmöglichkeiten, Performativität, Zeit, Deutungsräume und Erfahrung in Bezug auf Essen und Schmecken auseinandersetzen.

Ganz im Sinne von “wir denken und sprechen anders wenn wir essen” beginnt jeder Abend mit einem Vortrag, dem ein gemeinsamer Diskurs beim Essen folgt, um der vermeintlichen Alltäglichkeit des Kochens und Essens u.a. schmeckend auf die Spur zu kommen.

Veranstaltungsort:
Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, Oslo-Strasse 10, 4023 Basel
FoodCultureLab

Eintritt frei

Die Zahl der Plätze ist begrenzt, um Anmeldung wird daher gebeten: ate@kochenundreden.ch. Bitte teilen Sie uns auch Allergien mit, wir versuchen gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten darauf einzugehen.

21. März 2017, 18:00 bis 21:00 Uhr

#1 Jenseits von Garnierung – Die Venus im Cremebad
Mit: Sonja Alhäuser, Berlin
Lecture/Workshop

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Sonja Alhäuser gibt einen Einblick in ihre Arbeitsweise und veranschaulicht in gemeinsamen Experimenten die Grenzen zwischen künstlerischer Arbeit und dekorierter Vorspeise. Es geht um figürliche Objekte in Brühe, aufgespiesste Zeichnungen in Häppchen, Garnierung und Dekor und deren Kippmomente, das Geschichtenerzählen mit Hilfe von Lebens- und Nahrungsmitteln, ums Riechen, Schmecken, Anfassen und Einverleiben.

Anhand der „Venus im Cremebad“ und einer Marzipan-Buttercreme-Skulptur werden künstlerische Denkprozesse und Arbeitsschritte durchlaufen, hinterfragt und diskutiert, aber auch der gemeinsame Verzehr der Arbeiten ist Teil des Workshops.

Sonja Alhäuser ist Künstlerin; sie zeichnet Rezeptabläufe, stellt Skulpturen aus Schokolade und Margarine her und auf ihren Eröffnungen erlebt man mitunter üppige Bankette, in denen Rotweinbrunnen sprudeln und Menschen in Schokoladenbäder steigen. Sie liebt es, mit ungewöhnlichen Massen und Mengen von Lebensmitteln zu arbeiten und thematisiert damit die Grenzen zwischen dekadenter Verschwendung und unbändigem Genuss bis hin zur Orgie. Sie zeigt ihre Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in nationalem und internationalem Kontext. Sonja Alhäuser lebt und arbeitet in Berlin.

28. April 2017, 17:00 bis 22:00 Uhr
29. April 2017, 10:00 bis 13:00 Uhr

#2 Fermenting Time: Brot backen mit Sauerteig
Mit: Michael Fesca, Berlin/Linz

Lecture/Workshop

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Die Umwandlung organischer Stoffe durch Bakterien oder Pilzkulturen in der Fermentation, wie Bier, Sauerteigbrot, Sauerkraut oder Käse, hervorgerufen durch spontane Verunreinigung, könnte auch als Metapher einer inhärent anarchischen Qualität der Abweichung gelesen werden, die eine gestaltende Oberhand in Frage stellt. Eher ein Werk langer Hand mit unterschwellig brodelnden Prozessen, ein Langzeitprozess im Loop.

So dicht kommt uns nichts wie unsere Speisen. Ihre Zelebrierung, Intensivierung oder Verfeinerung, kreiert einen Beat unseres Befindens und unserer Stimmungen, den selbst getimten Genuss von eigentlich Lebensnotwendigem. Wann trifft es uns? Was macht einen beliebigen Moment zu einem Besonderen? Enttaktet und gelenkt durch das gemeinsame Backen eines Brotes, durch Speisen, Zuhören und Sprechen wollen wir in einem gleichsam langsamen Groove Fermentation als qualitativen Shift betrachten.

Michael Fesca erarbeitet Installationen, Performances, Texte und Ausstellungen zu antihegemonialen Zeitlichkeiten und ihren somatischen Dimensionen. Dabei untersucht er Phänomene des Cool-Inflationären, des Aus-dem-Takt-Kommens und des (Zu-)Lange-Brauchens. Projekte: Groove als Episteme (Kunstuni Linz), Redemption Jokes (nGbK Berlin:2015), FXPO! (Fondazione Forma Milano: 2015), Therapeutische Allianzen (Kampnagel Hamburg: 2014).

9. Mai 2017, 18:00 bis 22:00 Uhr

#3 Philosophisch dinieren
Mit: Leon Joskowitz, Frankfurt am Main

Tischgespräch

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Kochen und Essen gehören zu unserem Alltag wie Atmen und Schlafen. Dabei ist vieles am Kochen und Essen gerade wegen der Alltäglichkeit dieser Handlungen schwer zu durchschauen. Doch wer diese Beiläufigkeiten des Alltages zu performativen Akten umdeutet, eröffnet sich eine philosophische Welt und neue Handlungsmöglichkeiten.
Beim gemeinsamen „Philosophischen Dinieren“ stellt Leon Joskowitz seine Ideen zum Kochen und Essen als performative Praxis vor. Am Abend selbst wird gekocht, gespeist und diese Tätigkeiten in fünf Schritten unterschieden: die Techne des Kochens, die Speise als Objekt, das gemeinsame Mahl als inszenierte Aufführung, das Essen und Kauen als ästhetische Erfahrung und schliesslich die Verdauung.

Der Abend ist auf 12 Personen begrenzt.

Leon Joskowitz ist in Frankfurt am Main geboren. Er hat Philosophie in Berlin und Lissabon studiert, führt eine Catering Firma und hat das internationale Kulinarische Festival Frankfurt gegründet. Beim „Philosophischen Dinieren“ im Museum Angewandte Kunst untersucht er die Performativität von Kochen und Essen.

24. Mai 2017, 18:00 bis 21:00 Uhr mit Ausklang in einer Bar

#4 TrashTiki: “One man’s trash is another man’s treasure.”
Mit: Iain Griffiths & Kelsey Ramage, London
Lecture/Workshop

Facebook-Event

This workshop is about the importance of more sustainable waste practises in the food and drink world, that can be easily translated into other creative fields. Exploring the tasteful possibilities that can be found in scraps of so-called food waste gives a whole new perspective not only on the creation process of flavour but also on questions of source and sustainability. In using what we have and transforming it through different techniques we discover a playful new way to value materials around us. The aim of this talk will be to not only labour importance of more sustainable waste practises in the (bar) kitchen, but also highlight the opportunity that exists in almost every operation to do so, and in turn create a participatory environment where all turn trash to (liquid) treasure. What happens if we define „waste“ in a new way?

Following the talk and a practical hands-on discourse will a fade-out in a local bar where Kelsey and Iain will make drinks with everything that has been made in the practical part of the lecture.

This lecture/workshop will be held in English.

Trash Tiki is a pop up by London’s well known bartenders Iain Griffiths of Mr Lyan and Kelsey Ramage of Dandelyan, that is looking to address the issue of mass consumption the booming craft cocktail culture has created globally. The aim of Trash Tiki is to show consumers and the bar industry the potential to create a more environmentally minded bar program, with their own set to the dulcet, punk tones of The Misfits & The Ramones. Griffiths’ & Ramage’s combined goal is to put some feeling back into the increasingly emotionless topic of sustainability whilst inspiring others to follow suit.

From ramen joints to high end hotel bars, the purpose of Trash Tiki travelling around the world is to see how cuisines and cultures waste different flavours by putting them in the trash rather than using them. To them it’s time to see the breadth of potential behind the products we’re wasting every day. Trash Tiki is about producing original recipes and share everything online for all to go out and make difference. This is not about a one night party, but a lasting impact!


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